Meininger Verein startet 2018 wieder in den Himalaya

Im kommenden Winter und Sommer nächsten Jahres startet der Meininger Himalaya-Hilfsverein wieder in den Himalaya. Im Sommer 2018 wird wieder eine Gruppe um das Vorstandsmitglied Fred Kissling, gemeinsam mit Zahnärzten und Helfern starten, um diverse Materialien und Geräte zu übergeben. Angedacht ist diesmal eine mobile Zahnarzteinheit auf das „Dach der Welt“ zu befördern. An dem kompakten Gerät befindet sich z. B. ein Bohrer mit Wasserkühlung um besser als bisher Zahnfüllungen herzustellen. Die mobile Zahnarzteinheit wird mit Sonnenenergie betrieben. Die Anlage dafür wurde vor 3 Jahren auch durch den Verein finanziert. Bisher sind in Dörfern der Bergregion einfache Solarbohrer ohne Wasserkühlung im Einsatz. Die Naturheiler benutzen die Geräte seit vielen Jahren, weil der Meininger Zahnarzt und Projektinitiator Maik Wieczorrek seit 2004 die Region bereist und die Amchis, so heißen die Naturheiler, anleitet.

Im Februar 2018 wird der Zahnarzt wieder für drei Wochen in die karge Bergregion in Nordindien reisen, um z. B.  Gespräche über die zukünftige zahnärztliche Hilfe mit der Autonomiebehörde von Ladakh in Leh zu führen. Je nach Wettersituation ist geplant, den zugefrorenen Fluss Zanskar zu begehen, um direkt in das Dorf Lingshed zu kommen. Der Weg über den vereisten Fluss, zwischen 4000 und 5000 Metern Höhe, ist der einzige und gefährlichste Weg in die Region im Winter.

In diesem Jahr war kein Vereinsmitglied des „Ladakhpartners-Partnership Lokal Doctors e.V.“ vor Ort. „Das gab den Projektpartnern allerdings die Möglichkeit zu zeigen, dass unser Projekt nachhaltig funktioniert und von den Leuten gestaltet wird, die auch davon profitieren sollen. Und das hat sehr gut funktioniert. Wir sind sehr froh darüber, zeigt es doch eindrucksvoll, wie Projektarbeit eigentlich funktionieren sollte.“, resümiert Maik Wieczorrek. Sonam Dorje, der Landrat der Region, schickt dazu regelmäßig Berichte per Mail über die Projekte an die deutschen Vereinsmitglieder. So konnten man sehen, dass die Amchis der Region innerhalb sogenannter Health Campaigns alle Dörfer der Region aufsuchten, um Gesundheitsaufklärung durchzuführen, aber auch ihre Dienste im medizinischen und zahnmedizinischen Bereich anboten. Auch 90 Kinder der Schule in Lingshed profitierten wieder durch die Hilfe aus Meiningen. Weil die dortige Regierung das Geld für die Essensversorgung der Internatskinder der Schule kürzte, sprang der Verein mit einer Geldspende ein, um die Kinder mit Nahrung zu versorgen. Die Eltern selbst sind nicht in der Lage das Geld aufzubringen. Eine weitere Unterstützung für Schulkinder ist der geplante Ausbau eines etwa einen Kilometer langen Gebirgsweges, von dem Ort Dibling nach Lingshed. Der Weg in den Schulstandort mit rund 400 Einwohnern ist lebensgefährlich. Der Meininger Verein wird dafür 6000,- Euro aufbringen. „Wir wollen es auf jeden Fall schaffen, aus einem der gefährlichsten Schulwege, von denen es dort mehrere gibt, einen etwas ungefährlicheren Weg zu machen“, so Wieczorrek. Der Verein finanziert seine Projekte aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Im Sommer dieses Jahres spendeten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Henneberg insgesamt 666,66 Euro an den Verein. „Da kommt uns natürlich jede finanzielle Hilfe recht, besonders, wenn sie auch noch von Schülern aus der Region kommt, die dafür im Rahmen eines Sponsorenlaufes Spenden „erlaufen“ haben, um es dann für solch einen Zweck zu spenden“, freut sich der Zahnarzt. Er wird am 17. Januar 2018, im Rahmen der Geldübergabe, etwas über einen der gefährlichsten Schulwege der Welt erzählen.