Hilfsaktion Ladakh 2012

Vom 23. Juli bis 13. August 2012 reiste erneut eine Gruppe aus Meiningen zu einer Hilfsaktion nach Ladakh in den Himalaya. Der Meininger Berufsschullehrer und Vorstand des Ladakhpartnervereins Fred Kießling, seine Partnerin Gudrun Greiner-Pohl, Ronald Schad sowie Claudia Wölk, eine Zahnärztin aus Elgersburg, übergaben 700,- Euro aus einer Spendenaktion an vier Witwen mit insgesamt 19 Kindern.

Das Geld kam während eines Benefizkonzerts in Meiningen zusammen. Mit dem Geld können die Kinder nun ein Jahr lang zu Schule gehen. Die Mütter, deren Männer bei einem Lawinenunglück vor zwei Jahren ums Leben kamen, müssen Schulgebühren bezahlen, sonst können die Kinder keine Schule besuchen. Die Zahnärztin Claudia Wölk hat während der Reise außerdem eine zahnmedizinische Weiterbildung für die Naturärzte organisiert sowie zahlreiche Patienten aus den Bergdörfern behandelt.

v.l.n.r. Ronald Schad, Claudia Wölk, Gudrun Greiner-Pohl und Fred Kießling

Bei einem Lawinenunglück in der Nähe von Lingshed starben im März 2011 fünf Männer aus den Dörfern Lingshed und Kartse, nachdem sie ihre Kinder, nach den Winterferien, in die Schule nach Leh gebracht hatten. Die Männer im Alter zwischen 25 und 43 Jahren waren auf den Rückweg in ihre Dörfer, als sie von einer Lawine verschüttet wurden. Der Weg von Lingshed nach Leh zur Schule führt durch den zugefroreren Fluss Zanskar. Im Winter gibt es keine andere Möglichkeit, außer diesen Weg über den gefroreren Fluss. Die Männer hatten insgesamt über zehn Kinder in die Schule begleitet, als sie auf dem Rückweg durch das Flusstal von einer Schneelawine in der Nähe von Lingshed erfasst und verschüttet wurden. Keiner der Väter hat das Unglück überlebt. Erst nach zwei Monaten konnten die Leichen geborgen werden. Der Meininger Verein Ladakhpartners schickte direkt nach der Katastrophe zwei Lawinensonden und Spezialschaufeln an die Amchis, damit nach den Toten gesucht werden konnte. Zurück blieben fünf Frauen mit insgesamt 19 Kindern.

Während der Hilfsaktion im vergangenen Jahr führte der Besuch bei einem Amchi im Nachbardorf von Lingshed zu einem erschütternden Blick auf die Lage der zurückgebliebenen Frauen und ihrer Familien. Die 24-jährige Schwiegertochter des Dorfsamchis, Stanzin Sonam, erzählte von den schwierigen Verhältnissen der Familie ihrer Schwester. Die Schwester ist eine der Witwen, die jetzt allein für ihre vier Kinder zwischen zwei und sechs Jahren aufkommen muss. Unter Tränen erzählte sie wie sich die Familie über Wasser halten muss. Spontan entschloss sich die Gruppe um Maik Wieczorrek sofort 150 Euro (rund 6000 Rubien) zu spenden und überlegte wie den Frauen und Kindern geholfen werden kann. Ziel der kommenden Aktion ist die finanzielle Unterstützung der Familie sowie Hilfe bei der Anschaffung von Lawinensonden und Schaufeln, um in Zukunft eine Rettung in der Not zu ermöglichen.